Sonnenuntergang-Omeshorn
20 - Jun - 2018
von Hannes Heigenhauser

Einstimmung in die Sommersaison

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Am 19. Juni - also drei Tage vor dem offiziellen Beginn der Sommersaison 2018 - wanderte ich nach getaner Arbeit hinauf zum Gipfel des Omeshorn. Denn, von Zeit zu Zeit muss man die Dinge von oben betrachten, um sich auf das Neue einzustellen. Was das Neue ist und auf welche Highlights ich mich jetzt schon freue, davon handelt dieser Artikel.

*Wichtiger Hinweis: Wanderungen am Abend und am frühen Morgen erfordern stabile Wetterlagen. Um das Wild und die Weidetiere zu schonen empfehlen wir untertags zu wandern und am Abend Wanderungen nur in der Nähe der Orte durchzuführen.

Am letzten Tag der vergangenen Wintersaison stand ich am Gipfel des Spullerschafberg und war dankbar für einen unfallfreie und spannenden Winter. Jetzt - kurz vor Beginn der Sommersaison - stehe ich am Gipfel des Omeshorn und blicke hinab nach Lech, nach Zürs, nach Zug und hinüber nach Oberlech und bitte darum, dass der kommende Sommer auch unfallfrei verlaufen wird und mir ebenso viele eindrucksvolle Momente bringt, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. 

Immer wieder lichten sich die Wolken am Gipfel und geben den Blick auf die umliegenden Berge frei. Mein Blick schweift über den Zürser See zur Hasenfluh und hinab in Richtung Stuben. Ich erinnere mich an all die schönen Abfahrten und Skitouren, die ich im Winter unternehmen durfte...

Saisonstart

Unmittelbar nach der Wintersaison beginnt die Zwischensaison im Frühjahr. Von einem Tag auf den nächsten verwandelt sich Lech Zürs von einem belebten Skiort in eine ruhige Ortschaft. Die meisten Betriebe vermieten in dieser Zeit keine Zimmer, vielmehr geht es darum, sich nach einer langen Wintersaison zu erholen und die Saison erfolgreich abzuschließen. Auch die Natur benötigt diese Pause... Von Tag zu Tag sieht man, dass die weißen Schneefelder langsam dem satten Grün der Almwiesen weichen und die ersten Blumen und Kräuter zum Vorschein kommen. Die ersten Wanderungen können in den Bergen mit viel Sonneneinstrahlung unternommen werden. An den hohen Bergen bleibt der Schnee natürlich etwas länger liegen. Dieses Luftholen der Natur ist immer wieder aufs Neue ein schönes Erlebnis, denn jeden Tag entdeckt man etwas Neues in der Landschaft. Auch wenn im Ort etwas Ruhe eingekehrt ist, still wird es nicht in dieser Zeit... Schließlich gilt es die kurze Bauzeit voll auszunützen, weshalb gleich nach der Wintersaison Reparaturarbeiten und Bauvorhaben gestartet werden. Der Bauhof Lech beginnt damit, alle Wege für den Sommer herzurichten. Auch die Türen am Grünen Ring - ein Kunstprojekt, das unlängst mit dem Innovationspreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet wurde - werden wieder an ihr Ziel gebracht, um von den Grünen Ring Wanderern bestaunt zu werden. Und auch im Tourismusbüro herrscht nach der Saison Aufbruchsstimmung. Die Veranstaltungen des kommenden Sommers müssen konkretisiert und die Veranstaltungen für den nächsten Winter geplant werden. Und so vergeht die Zwischensaison auch recht schnell... In zwei Tagen beginnt die Sommersaison.

Mein Blick schweift hinab zum Golfplatz in Zug. Das Green leuchtet im Abendlicht und ich freue mich darauf, endlich einmal selbst auf diesem schönen Platz Golf zu spielen. In Gedanken wandere ich im Zugertal bis zum Formarinsee, wo die Rote Wand im Abendrot leuchtet. Eine magische Stimmung, ein perfekter Abend.


Omeshorn Abend

Meine Highlights des Sommers

Gleich zu Beginn der Sommersaison ist Lech wieder Austragungsort der bereits 9. Arlberg Classic Car Rally. Bereits im letzten Frühjahr war es ein absoluter Genuss, die wunderschönen Autos am Start und im Ziel bewundern zu dürfen. Und auch dieses Jahr verspricht das Starterfeld einiges an Abwechslung! Eine Woche danach startet das Medicinicum - auch dieses Jahr beschäftigt sich diese Public Health Veranstaltung mit einem Thema, das absolut im Zeitgeist unserer Gesellschaft angesiedelt ist: Nämlich mit den Extrempolen des Genusses und auf der anderen Seite der Sucht. Ich bin schon gespannt, wo die Redner hier die Grenze ziehen und ab wann aus Genuss tatsächlich eine Sucht wird. Aus sportlicher Sicht freue ich mich auf die ganzen Wanderungen, Klettertouren und Bikeabenteuer, die ich dieses Jahr auf meiner Liste habe. Auch im Sommer möchte ich einmal am Mehlsack stehen und den Gehrengrat wandern. Klettern möchte ich an den Spuller Platten, im Klettergarten an der Göppinger Hütte und die zahlreichen Klettersteige der Region erkunden. Und mein großes Ziel im August: Der Höhenhalbmarathon. Letztes Jahr war ich noch als Fotograf auf der Strecke unterwegs, dieses Jahr werde ich als Teilnehmer mitlaufen! 

Ich blicke hinab nach Zürs und hinüber zur Rüfispitze, die ich im Frühjahr bereits erklimmen durfte. Im Hintergrund des Pazieltals ragt die Valluga dunkel empor. Immer wieder werden die Gipfel von Wolken umhüllt, um nur wenige Augenblicke später wieder im Sonnenschein zu leuchten. Ich liebe diese Bergwelt und fühle mich hier wohl...

Auch im August freue ich mich auf kulturelle Highlights. So locken das Lech Classic Festival und die Jazzbühne Lech international renommierte Musiker und Meister ihres Fachs nach Lech, um inmitten der eindrucksvollen Bergwelt zu Höchstleistungen aufzulaufen. Den Musikern dabei live zusehen zu dürfen und sich in den Stücken zu verlieren ist ein Privileg, das ich sehr genieße. Im September geht es weiter mit den Lecher Literaturtagen und dem Philosophicum Lech. Beides Veranstaltungen, die ich im vergangenen Jahr nicht besuchen konnte, weshalb die Vorfreude darauf umso größer ist! Doch auch auf die kleineren Veranstaltungen und Feste, wie die Dorffeste, den Tannbergmarkt, die Sonntagskonzerte und viele weitere mehr freue ich mich. Denn sie komplettieren das Gesamterlebnis des Bergsommers und machen ihn unverwechselbar und einzigartig! So eine Fülle an Veranstaltungen, Festen und verschiedenste Orte der Begegnungen inmitten der Bergwelt des Arlberg und des Tannberg ist eine herrliche Mischung, die man erleben muss.

Manchmal braucht es halt den Blick von oben, um das Gesamtbild zu erkennen...

Omeshorn Abend

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