Lawinen-Franz-Josef(c)MarkusFetz
29 - Jun - 2018
von Hannes Heigenhauser

Der Lawinen-Franz Josef - Neuausgabe von Markus Fetz

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Die Geschichte vom Lawinen-Franz Josef ist in Lech wohlbekannt und wird häufig erzählt. Umso erstaunlicher, dass es bis 2018 dauerte, ehe das Original von 1914 neu herausgegeben wurde. Herausgeber und Illustrator Markus Fetz hat uns von seinem neuesten Projekt berichtet.

Wie kam es zur Idee, das Buch neu zu gestalten?

Das erste Mal darüber nachgedacht, eine Neuausgabe des Buchs zu gestalten hatte ich vor fünf oder gar sechs Jahren. Damals hatte ich meine Ausbildung als Grafikdesigner bereits abgeschlossen und sammelte meine ersten Arbeitserfahrungen in einer Werbeagentur. Zu Hause in Lech hatte ich zu dieser Zeit das Originalbüchlein von 1914 entdeckt. Vorerst belieb es aber nur bei der Idee. Erst im Frühjahr 2016 hatte ich mich etwas näher damit beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon mehr als zwei Jahre selbstständig und konnte so freie Zeit für Recherchen nutzen. Sammeln von Bildern, Büchern, Schriften, Suche nach Zeitungsartikeln aus jener Zeit, Information über Urheberrechte etc. Im Juni 2016, während einer Zugfahrt von Wien nach Lech, begann ich mit dem Abtippen des Textes. Das Rohmaterial für die grafische Arbeit, wie auch für die Illustrationen war so vorhanden. Aber es dauerte noch gut zwei Jahre, bis das Buch fertig war.

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Neuausgabe und Original

Du sagst, du kennst diese Geschichte noch aus Schulzeiten? Wie wurde euch damals die Geschichte erzählt und wie hast du sie wahrgenommen?

In der 4. Klasse Volksschule hatten wir das Büchlein im Unterricht unseres Lehrers Walter Gusner gelesen – die Originalfassung, die noch in Frakturschrift gesetzt wurde. So mussten wir uns auch mit der Schrift auseinandersetzen, um die Texte halbwegs flüssig lesen zu können. Als Kinder war einigen von uns der Name »Lawinen-Franz Josef« ein Begriff. Mache kannten die Geschichte im Groben, aber das Buch und damit die detaillierte Erzählung war etwas Neues für uns.

Wie hat sich diese Ausgabe im Vergleich zur letzten verändert?

Die Gestaltung des Buchs hat sich komplett verändert. Das Original von 1914 war eine einfache Broschüre mit Klammerheftung, in Frakturschrift gesetzt, 68 Seiten und vier Abbildungen. Die Neuausgabe hat ein größeres Format, kommt auf 80 Seiten, gesetzt mit modernen Schriften, gedruckt auf hochwertigem Papier, ist fadengebunden mit Hardcover und erweitert 28 Illustrationen.

Der Text hingegen wurde fast unverändert übernommen. Lediglich die Rechtschreibung und die Schreibweise der Ortsnamen wurden auf den aktuellen Stand gebracht. Und die Verweise wurden teilweise verändert und erweitert. Viele der damals noch gebräuchlichen Wörter sind heute nicht mehr in Verwendung oder es handelt sich um poetische oder regionale Begriffe, die dem Leser unbekannt sein könnten.

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Aufwendige Illustrationen und blaue Farbgebung

Woher kam die Inspiration für die Illustrationen und Farbgebung in der aktuellen Ausgabe?

Als Inspirationen bzw. Vorlagen dienten vorwiegend alte Fotografien, Zeichnungen und Landkarten. Eine historisch korrekte Darstellung war mir wichtig, was mitunter schwierig war, da es wenig Bildmaterial aus der Zeit vor 1900 aus der Umgebung gibt. So handelt es sich bei manchen Illustrationen auch nur um Vermutungen, wie es ausgesehen haben könnte. Hier hat mir die Gemeinde Lech geholfen und Bilder aus dem Gemeindearchiv zur Verfügung gestellt. Weiteres Bildmaterial fand ich unter anderem über die Vorarlberger Landesbibliothek (volare) und die Österreichische Nationalbibliothek (onb.ac.at). Bei den Landkarten war der Franziszeischer Kataster (Urmappe) aus dem Jahr 1857 sehr hilfreich, da diese Karte sehr detailliert ist und so Positionen längst nicht mehr bestehender Häuser und Straßen zeigt (mapire.eu).

Auf das Blau kam ich durch alte Tourismuswerbemittel. Ich hatte mir einige angesehen und bei manchen Winterprospekten waren Abbildungen und teilweise auch ganze Folder und Broschüren einfarbig in Blau gedruckt. Das fand ich sehr schön und passt natürlich auch zum winterlichen Thema. Schnell war auch entschieden das die Schrift und somit das gesamte Buch in einer Farbe gedruckt werden soll. Nur den Blauton musste ich noch festlegen.

Was sind deine nächsten Projekte?

Im Juli bin ich als freier Mitarbeiter in einer Werbeagentur tätig. Mein nächstes eigenständiges Projekt startet dann im August: für das Zeitraummagazin 2018/19 werde ich die Coverillustrationen gestalten. Darauf freu ich mich schon.

Alle weiteren Informationen zur aktuellen Ausgabe und zur Entstehung findet ihr hier:

www.lawinen-franzjosef.at/

Direkter Verkauf.

Ab Juli wird das Buch in folgenden Einrichtungen zum Verkauf angeboten:
– Huber-Hus, Dorf 26, 6764 Lech | Lechmuseum
– Lech-Zürs Tourismus Büro, Dorf 2, 6764 Lech | Lech-Zürs Tourismus
– Warth-Schröcken Tourismus Büro, Nr. 32, 6767 Warth | Warth-Schröcken Tourismus

Das Buch kann auch online bestellt werden:

www.lawinen-franzjosef.at/kaufen

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Neu erschienen im Juni 2018

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