Lechmuseum Huber Hus
21 - Feb - 2018
von Hannes Heigenhauser

Besuch der Sonderausstellung "Gehen am Berg"

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Wir besuchten die derzeit laufende Sonderausstellung "Gehen am Berg" im Lechmuseum Huber Hus. Eine facettenreiche Ausstellung schickt den Zuschauer auf eine faszinierende Reise in die Geschichte des Berggehens und Wanderns. Der Besucher erhält wertvolle Einblicke über das Entstehen der Wegenetzte in der Alpinlandschaft und die ungebrochene Faszination am Gehen.

Unser Museumsbesuch beginnt mit einer herzlichen Begrüßung der beiden Kuratorinnen, die uns mit auf eine Reise über die Geschichte der Huber Buam und das "Gehen am Berg" in der Lecher Alpinlandschaft mitnehmen. Die drei Huber Buam verbrachten ihr Leben in diesem Bauernhaus und vereinbarten mit der Gemeinde, dass das Haus nach ihrem Ableben als Museum genutzt werden soll. Seit dem Jahr 2005 dient das Huber Hus immer wieder als Ort für themenspezifische Ausstellungen.

Wir beginnen unsere Führung im über 400 Jahre alten Bauernhaus, wie kann es anders sein, in der ursprünglichen Stube. Der großzügige und rustikale Raum lässt uns erahnen, wie die Brüder einst nach der Arbeit zusammen saßen und bei dem wunderschönen Ausblick über die beeindruckende Berglandschaft den Arbeitsalltag ausklingen ließen. Heutzutage wird in dieser rustikalen Stube mit wunderschönen Ausblicken auf das Lecher Gebirge geheiratet.

Weiter geht es in das Herzstück eines jeden Hauses, die ursprüngliche Küche. Als erstes fällt uns der markante Steinboden ins Auge. Dieser Originalboden lässt sich dokumentarisch bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Genau hier merken wir zum ersten Mal, wie unterschiedlich der Boden auf dem wir gehen, beschaffen sein kann. Die Küche und ihre zwei nachgebauten Feuerstellen geben uns einen Einblick, wie früher gekocht und gelebt wurde.  Wir wandern weiter in die ursprüngliche Küfer-Werkstatt, wo uns typisches Werkzeug der damaligen Zeit gezeigt und erklärt wird. 

Lechmuseum Huber Hus

Unsere Führung verlagert sich nun weiter über eine ursprüngliche Holztreppe in den ersten Stock. Die Fragen, "was uns am Wandern fasziniert" und "was diese Faszination ausmacht", drängen sich in den Vordergrund. Historisches Kartenmaterial und originales Ski-Alpin Zubehör aus anno dazumal, wie bspw. Sprengutensilien oder eine Lawinenrettungsschnur lassen uns erahnen, wie abenteuerlich und auch gefährlich Alpine Touren einst waren. Historische Kartographien und ein sorgfältig erstelltes Relief der Alpinlandschaft um Lech veranschaulichen uns wie es wohl gewesen sein musste, einst durch die Alpine Landschaft zu wandern.

Lechmuseum Huber Hus

Wir tauchen immer tiefer in die Geschichte des Wanderns ein und die Bedeutung, die es für die Menschen von damals ausübte. Es ist eine Sammlung vieler historischer Fotos, Bildmaterialien, Interviews mit Zeitzeugen und viele sorgfältigen Details, die diese Ausstellung zu einem einmaligen Erlebnis für uns werden lassen. Die erfahrenen Kuratorinnen erzählen uns, dass der Antisemitismus im 2. Weltkrieg sogar bis auf die Berghütten spürbar war. 

Unsere Rundreise durch die Ausstellung endet, wo sie begonnen hat, in der Stube. Mit einem Umtrunk und regionalen Köstlichkeiten beenden wir eine erlebnisreiche Wanderschaft durch das Huber Hus, das Leben der Huber Buam und der Frage nach der Faszination des Gehens und Wanderns.

Details & Informationen

Die Sonderausstellung "Gehen am Berg" ist noch bis zum 22. April 2018 jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag für Besucher geöffnet.

Wir bedanken uns für eine erlebnissreiche Führung und die herzliche Gastfreundschaft.

Nähere Inforamtionen zu Führungen für Familien und Gruppen finden sie im Lechmuseum.

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