Arlberger Winterklettersteig_by_Hannes-Heigenhauser(c)Lech-Zuers-Tourismus
26 - Feb - 2018
von Hannes Heigenhauser

Von der Riffelbahn II Bergstation zur Rossfallscharte

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Klettersteige sind nur etwas für den Sommer... Und schon gar nicht geht man mit Ski auf dem Rücken einen Klettersteig... Wer diesen Standpunkt vertritt, sollte bei den nächsten Zeilen tapfer sein. Denn meine Winterbegehung des Klettersteigs am Rendl war für mich ein absolutes Highlight am Arlberg!

Auf nach St. Anton

Für Samstag ist bestes Wetter vorhergesagt. So entschließen wir uns nach kurzer Planung, endlich ein Projekt anzugehen, das schon lange auf unserer To-Do Liste steht: 

Der Arlberger Winterklettersteig

Gleich in der Früh geht es nach Zürs und mit der neuen Verbindung geht es ins Skigebiet St. Anton. Dank der neuen Verbindung erreichen wir in noch nicht einmal einer Stunde unseren Startpunkt, die Bergstation der Riffelbahn II.

Vorbereitung für den Klettersteig

Direkt an der Bergstation sehen wir schon den Einstieg zum Klettersteig. Vor uns haben schon die ersten Klettersteig Begeher des Tages eine Stapfspur angelegt, die wir gerne nützen. So ziehen wir uns unseren Klettergurt an und überprüfen noch einmal unsere Ausrüstung, ehe wir in Richtung Einstieg losmarschieren. 

Die ersten Meter

Gleich zu Beginn geht es steil los und sofort nehmen wir den ernsten Charakter dieses Klettersteigs wahr. Wer schon hier zu Beginn an seine körperlichen Grenzen kommt, sollte besser umdrehen und keinen falschen Ehrgeiz entwickeln. Nach den ersten Metern in der Senkrechten geht es über viele Grate und Spitzen immer weiter in Richtung Westen. Der Blick schweift umher in Richtung Verwallgruppe und zurück in die Lechtaler Alpen, gerne nutzen wir diese Aussicht, um kurz innezuhalten und diesen Moment der Stille zu genießen. 

Immer weiter...

Die fleißigen Stapfer vor uns haben eine perfekte Spur hinterlassen. So kommen wir zügig voran und können entlang des Klettersteigs jeden Meter genießen. Gesichert mit dem Klettersteigset geht es weiter hinüber zur Rossfallscharte, teilweise bergauf, aber immer wieder auch bergab. Definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst! Knapp 850 Meter ist der Klettersteig lang und ist bei guten Verhältnissen für sportliche Tourengeher ohne Probleme machbar. Ansonsten bieten unsere Berg- und Skiführer auch geführte Touren an. 

Die letzten Meter

Nach etwa einer Stunde erreichen wir den höchsten Punkt des Klettersteigs, die Vordere Rendlspitze. Hier können wir zum ersten Mal den Ausstieg sehen und erkennen in der Ferne, dass unsere Vordermänner gerade den Ausstieg erreicht haben. Hier ist noch einmal volle Konzentration gefragt denn über einen schmalen Grat geht es von der Spitze wieder hinab. Die letzten Meter zur Rossfallscharte blicken wir noch einmal zurück zum Klettersteig, ehe wir aus der Senkrechten plötzlich auf der Rossfallscharte stehen. Inmitten der Tourengeher, die gerade hier oben Rast machen und uns etwas verwundert beobachten, erkenne ich meine Arbeitskollegin Katja. Mit einem Grinsen fragt sie mich, "ob sie denn auch ordentlich gespurt habe". So viel Zufall kann es doch gar nicht geben...

Abfahrt & Rückfahrt

So genießen wir zu viert die Brotzeit und bereiten uns für die Abfahrt ins Malfontal nach Pettneu vor. In den schattseitigen Hängen fahren noch im Pulver ab, bevor es über den Forstweg die letzten Meter zurück in die Zivilisation geht. Mit dem Skibus geht es zurück nach St. Anton. Jetzt geht es wieder zurück nach Zürs, aber wie? Skiführerin Caro entscheidet sich natürlich für die Abfahrt über die Valluga zurück nach Zürs. Nur Skiführer dürfen mit ihren Gästen mit Skiern hinauf, ansonsten ist die Valluga ein herrlicher Aussichtspunkt. Zurück in Zürs haben wir uns eine Pause und einen Kaffee auf den Sonnenterassen verdient. So herrlich ist ein Klettersteig also im Winter...

Auf den Geschmack gekommen?

Für alle, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind: Die Berg- und Skiführer in Lech Zürs bieten geführte Touren für den Klettersteig an. Eine Übersicht findet ihr hier:

www.lech-zuers.at/skischulen

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