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24 - Jun - 2014

TRAUMFAHRTEN

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DIE STRECKENFÜHRUNG DER ARLBERG CLASSIC CAR RALLY WURDE AUCH 2014 PUNKTUELL GEÄNDERT UND IST WIE JEDES JAHR EINE BEEINDRUCKENDE UND WILLKOMMENE HERAUSFORDERUNG FÜR MENSCH UND MASCHINE. DIE GESCHWINDIGKEIT DER AUTOMOBILE SOLLTE GENUTZT WERDEN. DER BESTE FAHRSTIL IST DABEI EIN SCHÖN RUNDER, GLEICHMÄSSIGER.

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Die Arlberg Classic Car Rally geht 2014 in ihre fünfte Runde und ist damit – um in der richtigen Diktion zu bleiben – eigentlich ein „Youngtimer“. Doch ein Youngtimer, der alles hat, um ein gestandener „Oldtimer“ zu werden. Und das liegt, neben der Faszination von zum Teil über 100 Jahren Automobilgeschichte, auch an der atemberaubenden hochalpinen Traumkulisse und … Kurven, Kurven, Kurven. Die Herausforderungen, welche die Streckenführung über insgesamt sechs anspruchsvolle Hochalpenpässe mit sich bringen, sind für die Teams und ihre Fahrzeuge enorm. Dementsprechend groß ist die Spannung, aber auch die Vorfreude des gesamten Starterfelds der diesjährigen Arlberg Classic Car Rally, die wieder von Rallye-Ass und ACCR-Rennleiter Armin Schwarz geplant wurde. Es gilt, wie jedes Jahr, den Spagat zu finden zwischen dem Bewahren der bewährten Qualitäten in der Streckenführung und neuen Impulsen. Also auf Bewährtes setzen, aber gleichzeitig vorsichtig Neues, Interessantes hinzuzufügen. „Wir haben nochmals die eine oder andere Streckenkorrektur vorgenommen, da uns ein paar Gemeinden auf weitere Möglichkeiten der Strecke aufmerksam gemacht haben. So haben wir zum Beispiel für den Freitag nochmal eine neue traumhaft schöne Wertungsprüfung gefunden“, ist Armin Schwarz zufrieden. Eine der größten Herausforderungen für alle Beteiligten auf der Tirol-Schleife wird sicher wieder die Überquerung des Hahntennjoch sein. Auf der Vorarlberg-Runde, am Samstag, den 28. Juni, wurden dieses Jahr ein paar Kilometer „gespart“, damit die Teilnehmer etwas früher nach Lech für das Finale kommen können. Dadurch ergibt sich für alle Teilnehmer die Möglichkeit, im Zielbereich eine kleine Rallye-Party zu feiern, bevor es zum großen Gala-Abend und der Preisverleihung geht. Generell wird es natürlich an allen drei Tagen wieder neue, sehr herausfordernde Wertungsprüfungen zu bewerkstelligen geben. „Mehr will ich hier aber nicht verraten“, meint das Rallye-Ass mit einem Augenzwinkern.

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Am Donnerstag, den 26. Juni, gehört der kurvenreiche „Lech Canyon“ hinauf nach Warth jedenfalls so wie jedes Jahr wieder einzig und allein den Teams mit ihren historischen Hauptdarstellern. „Unser schon tradtioneller Start am Donnerstag ist sicher markant. Denn der Prolog ist nicht nur ein kurzer Auftakt, sondern für viele Teilnehmer bereits rallyentscheidend“, betont Schwarz die Wichtigkeit dieses Prologs, der wie jedes Jahr mit herausfordernden Prüfungen gespickt ist.

Am Freitag geht es vom Start am Rüfiplatz in Lech in gewohnter Streckenführung hinab ins Lechtal.

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Schon nach rund einer Stunde steht den betagten Botschaftern vergangener Tage aber auch für deren Teams fahrtechnisch sicher die größte Herausforderung des Tages bevor. Die Teilstrecke von Elmen nach Imst ist zwar nur rund 29 Kilometer lang, aber die kurvenreiche Strecke mit dem 1894 Meter hohen Hahntennjoch ist eine der herausforderndsten Pass-Straßen der Alpen. Aus Richtung Elmen kommend, wird das landschaftlich reizvolle Bschlaber Tal durchquert. Ständig umgeben von Wald und Wiesen, lässt sich die Passhöhe zu keiner Zeit erkennen. Hat man diese erreicht, geht es dann an der Maldonalm vorbei durch das karge und enge Salvesatal und über die Teilwiesen hinunter nach Imst. Besonders für Neulinge bei der Arlberg Classic Car Rally hat Armin Schwarz einen Rat, den man beherzigen sollte: „Wichtig ist auf diesem Streckenabschnitt, bergauf wie bergab, ein möglichst runder Fahrstil. Die Geschwindigkeit der Automobile sollte genutzt werden. Der beste Fahrstil ist dabei ein schön runder, gleichmäßiger.“

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Denn wenn man es auch nur ein wenig übertreibt, dann leidet bergauf der Motor und droht rasch zu überhitzen. Bergab bringt man bei einer zu forschen Fahrweise die Bremsen in Bedrängnis. Armin Schwarz empfiehlt daher ein zügiges Gleiten als Taktik. Immerhin gilt es, nach dem Hahntennjoch noch einige Kilometer an Strecke abzuspulen. Ist man dann glücklich in Imst angekommen, erwartet die Teilnehmer nach der Einfahrt ins Pitztal ein spektakulärer Einblick in die Innschluchten und auf dem Weg ins Ötztal eine Landstraße, die mit ihren flüssigen Kurvenkombinationen den perfekten Oldtimer-Fahrgenuss bietet. Anschließend geht es über das Mieminger Plateau mit seinen sanften Kurven und über den stets fordernden Fernpass nach Lermoos. Dort ist der gewohnte Mittagsstopp im MOHR life resort am Fuße der Zugspitze eingeplant. Durch das kurvenreiche Berwanger Tal und das einsam gelegene Hinterhornbach geht es auf dem zweiten Teil der Tirolrunde wieder zurück nach Lech.

Am Samstag wartet dann die große Runde durch Vorarlberg auf die Teilnehmer.

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Nachdem sich 2013 die Änderung der Streckenführung bewährt hat, geht es auch 2014 wieder von Lech über die 1897 spektakulär aus dem Fels gehauene Flexengalerie hinunter nach Stuben-Langen. Motorsportfreunde seien daran erinnert, dass auf dieser Strecke 1927 das erste Arlbergrennen stattfand. Der Sieger bei den Automobilen: Hans Stuck auf Austro Daimler ADM 3L. Weiter führt die Fahrt nach Bludenz und abseits der großen Verkehrsströme des Rheintals geht es über Ludesch und Thüringen hin zum Faschinajoch, welches das Große Walsertal mit dem Bregenzer Wald verbindet. Im Gegensatz zu vielen anderen Pässen sind beide Rampen des Faschinajochs gut ausgebaut und bieten so relaxten Fahrspaß pur. Doch zu sehr sollten sich die Teilnehmer nicht entspannen, kann doch hinter jeder der elf Kehren über den Pass eine Sonderprüfung warten – oder auch nicht. Über den kleinen Ort Reuthe wird anschließend die 175 Jahre alte Mohrenbrauerei in Dornbirn für den Mittagsstopp angefahren. Gut gestärkt geht es anschließend wieder zurück in den herrlichen Bregenzerwald mit einem großartigen Panorama auf die Allgäuer und Schweizer Berge, ein kurzer Blick auf den Bodensee inklusive. Zurück in Richtung Lech warten auf die Fahrzeuge und auch die Teams noch zwei weitere Herausforderungen. Bevor sich der Tross in Lech zum Feiern versammeln kann, muss er noch über den Schröcken und den Hochtannbergpass. Und die Arlberg Classic Car Rally wäre nicht die Arlberg Classic Car Rally, wenn nicht auch auf den letzten Kilometern die eine oder andere Wertungsprüfung warten würde, bevor die Zielflagge winkt.

„Das sportliche Kräftemessen soll schließlich bis zum Schluss spannend bleiben“, meint Armin Schwarz.

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Und daran merkt man, dass in ihm ein kräftiges Rennfahrerherz schlägt. „Ich denke, dass wir einen guten Mix aus anspruchsvollem und entspanntem Fahren bieten. Nicht jeder Teilnehmer mag es zu sportlich, daher ist es im Sinne des ACCR-Mottos ‚Mit Freunden durch Alpine Traumkulissen‘ unsere Aufgabe, die Teilnehmer nicht zu überfordern“, relativiert Schwarz. So haben die Organisatoren der Rallye wieder für alle Teilnehmer – die Profis, die Routiniers und die Neulinge – eine erlebnisreiche, aber auch entspannte Rallye auf die Beine gestellt. Und so mancher der historischen Traumwagen wird das zu schätzen wissen. Am Ende einer langen und erfolgreichen Rallye erwartet die sicherlich müden, aber glücklichen Teams noch der Gala-Abend im „Gläsernen Zelt“, mitten im Park des Hotel ARLBERG, um mit alten und neuen Freunden auf erlebnisreiche Oldtimertage inmitten einer alpinen Traumkulisse anzustoßen.

DIE RENNLEITUNG

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Auch dieses Jahr organisiert Rallye-Profi Armin Schwarz die Ausfahrten im Zuge der Arlberg Classic Car Rally. Dabei setzt der 51-Jährige wie immer auf eine ausgewogene Mischung von wohlbekannten und bewährten Qualitäten mit neuen Herausforderungen und Streckenabschnitten. Wichtig für ihn: Jeder Teilnehmer, jedes Fahrzeug und jeder Zuseher sollte seinen eigenen Genuss finden.

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