Patrick Ortlieb
08 - Jan - 2015

Hirn einschalten

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Olympiasieger Patrick Ortlieb aus Lech ist Seriensieger und hält immer noch den Streckenrekord bei Der Weiße Ring - Das Rennen. Grund genug, ihn zum Interview zu bitten!

Herr Ortlieb – werden Sie auch bei der zehnten Auflage des Weißen Rings wieder an den Start gehen?

Natürlich – ich war bis jetzt jedes Mal mit dabei und freue mich schon drauf.

Sie halten immer noch den Streckenrekord und haben den Weißen Ring mehrmals gewonnen. Kommt da immer wieder der Rennfahrer bei Ihnen durch?

Der Weisse Ring - Das Rennen 2014

Der Streckenrekord ist schon etwas Besonderes, auch wenn es mich wundert, dass er immer noch hält. Man muss aber fairerweise auch dazusagen, dass nicht jedes Jahr die gleichen Bedingungen herrschen, manche Streckenabschnitte sind nicht jedes Mal gleich zu befahren und werden sogar hie und da ganz gestrichen. Was das Rennfahren betrifft – das Geiern nach Hundertstelsekunden hat sich bei mir aufgehört, aber wenn ich den Helm aufsetze, dann möchte ich schon schnell sein. Und ich genieße es auch, mal wieder auf einer abgesperrten Rennstrecke zu fahren, wo man es auch einmal ein wenig tuschen lassen kann. Aber ich fahre längst nicht mehr mit letztem Risiko.

Was macht für Sie die Faszination des Weißen Rings aus?

Patrick Ortlieb 2013

Es ist ein Volkslauf für jedermann, auch wenn sich viele oft das ganze Jahr darauf vorbereiten. Jeder, der die 22 Kilometer bewältigt, ist ein Sieger. Im Ziel ist es dann egal, ob man drei Sekunden schneller oder langsamer gewesen ist. Das Rennen wird ohnehin meistens am Lift entschieden, der Schnellste muss also auch einiges Glück gehabt haben. Was den Weißen Ring aber ganz speziell macht – jeder der über eintausend Teilnehmer ist Teil der Veranstaltung und nicht wie bei einem Konzert nur Zuschauer. Das macht diesen Event einzigartig und zu etwas Besonderem. Ganz davon abgesehen, sind diese Tage für Lech ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden und der Weiße Ring ist inzwischen das Highlight der Wintersaison.

Und dieses alljährliche Highlight wird der Patrick Ortlieb auch dieses Mal wieder für sich entscheiden?

Patrick Ortlieb 2014

(lacht) Mal schauen – in meiner Altersklasse 45 Plus treiben sich ja einige ganz verwegene und mächtig austrainierte Burschen herum. Aber ich muss ehrlich sagen – absolutes Vollgas werde ich nicht mehr geben, ich habe auch eine gewisse Verantwortung und eine Vorbildwirkung. Das Rennen soll möglichst unfallfrei ablaufen, Stürze oder gar Verletzungen braucht niemand. Also Leute – Hirn einschalten, damit wir dann abends alle gemeinsam auf der Party feiern können.

Der Weiße Ring - Das Rennen - Die Story

Der Weisse Ring - Das Rennen 2012

Seit über sechzig Jahren ist die Skirunde „Der Weiße Ring“ in Lech Zürs im Alpenraum einzigartig. Auch wenn sowohl in Zürs (Seekopf- oder Zürserseebahn) als auch in Zug (Zugerberg Bahn) in den Weißen Ring eingestiegen werden kann, ist der klassische Ausgangspunkt die Rüfikopfbahn in Lech. Nach der Auffahrt auf 2337 Meter steht mit der Abfahrt Richtung Zürs die erste Etappe auf dem Programm, die die Teilnehmer über Schüttenbodenlift, Trittalpbahn und die beeindruckende Hexenboden-Piste nach Zürs führt. Hier wartet mit der Seekopfbahn, gefolgt von der Madlochbahn, der nächste große Aufstieg auf 2444 Meter Seehöhe. Von hier startet der anspruchsvollste Teil des Rennens, die fast fünf Kilometer lange Skiroute „Madloch“. Viele Skifahrer schaffen es nicht, die am Ende leicht ansteigende Piste durchzufahren und müssen mühsam anschieben, natürlich bei entsprechendem Zeitverlust. In manchen Jahren kann die Route „Madloch“ gar nicht gefahren werden, für diesen Fall wird allen Teilnehmern eine „Penalty-Time“ zum Endergebnis dazugerechnet. Nach der Abfahrt über die Skiroute nach Zug gelangt man mit der Zugerberg Bahn zur letzten Etappe über die Kriegeralpe nach Oberlech und die Schlegelkopf-Talabfahrt zurück nach Lech (22 Kilometer und 5500 Höhenmeter).

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