Arlberg-Pass-Marke-Region
05 - Dec - 2015

Arlberg. Pass. Region. Marke

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Eine Ausstellung im Huber Hus in Lech, in Schröcken und in St. Anton zeichnet nach, wie der Arlberg zur international bekannten Marke wurde.

Der Arlberg. Was fällt Ihnen dazu ein?

Spontan. Schnee. Herrliche Pisten. Skilauf. Wintersport. Lech. Zürs. St. Anton. – Stimmt‘s? Mit ziemlicher Sicherheit aber nicht, dass es sich beim Arlberg ursprünglich „nur“ um einen Pass handelte, einen bekannten zwar – immerhin wurde er schon im Hochmittelalter genutzt –, aber eben keine ganze Region. Der Arlberg stand für einen beschwerlichen, gefährlichen Übergang, verbunden mit riesigen Strapazen und Angst vor Lawinen und Muren.

Die auf drei Orte – Lech, St. Anton und Stuben – verteilte Ausstellung „Arlberg. Pass. Region. Marke“ geht der Frage nach, wie die heute internationale Marke Arlberg entstanden ist und was ihre wesentlichen Botschaften sind. Kuratiert werden die Ausstellungsteile von Christof Thöny. Im Huber Hus in Lech dreht sich natürlich alles um den magischen Skiort, der Berühmtheiten aus aller Welt anlockt.

Von der Wiege des alpinen Skilaufs

Trude Jochum-Beiser

Zwar gibt es schon in Schriften aus der frühen Neuzeit Hinweise, dass der Arlberg nicht nur als hochalpiner Übergang, sondern als Region angesehen wurde, so richtig verändert hat sich der Begriff inhaltlich allerdings erst im ausgehenden 19. Jahrhundert. Wesentlich dafür war die Eröffnung der Arlbergbahn. Sie ging 1884 in Betrieb und verkehrte von da an regelmäßig zwischen Innsbruck und Bludenz. Das führte dazu, dass immer mehr Orte an der Strecke sich den Zusatz „am Arlberg“ gaben. Als schließlich der Flexenpass eröffnet wurde, erfuhr der Arlberg auch noch eine geografische Erweiterung. Aus Lech am Tannberg wurde schließlich Lech am Arlberg. Dass sich die Region insgesamt als Marke national und international etablieren konnte, hängt mit dem Wintersport zusammen. Mit der hier entwickelten Skitechnik, die als „Arlbergtechnik“ auf der ganzen Welt bekannt ist, und der „Arlbergschule“ als Lehrmethode im Skiunterricht wurde der Name in alle Welt getragen. Die St. Antoner Hannes Schneider und Rudolf Gomperz sorgten für Furore mit den „Deutschen Arlberg Kursen Schneider“ (DAKS). Als Schneider in die USA auswanderte, wurde diese Methode dort etabliert und schwappte bis nach Japan. Die Brüder Ernst und Hans Skardarasy aus Zürs wiederum exportierten den Stil nach Neuseeland und Australien.

Doch die Wiege des alpinen Skilaufs war und blieb der Arlberg, auch wenn sich über die Jahrzehnte das Gesicht der Region und der Orte veränderte. So wuchsen in der Zwischenkriegszeit und nach 1945 die Bauerndörfer immer rasanter zu jenen Tourismuszentren, die sie heute sind und deren Ruf durch die Erfolge von Rennläufern und Rennläuferinnen wie Trude Jochum-Beiser in alle Welt getragen wurde. Heute ist der Arlberg eine international bekannte Marke, aufgeladen mit Bildern von schneeweißen Landschaften, schier endlosem Pistenvergnügen und Wintersportfreuden aller Art.

Ausstellung

In „Arlberg. Pass. Region. Marke“ wird das Werden der Marke Arlberg nachgezeichnet. Die Ausstellung im Huber Hus läuft bis April 2016 jeweils am Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 15.00 bis 18.00 Uhr. Kuratiert wurde sie vom Vorarlberger Lehrer und Projektmanager Christof Thöny.

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