Formarinsee (15)
24 - May - 2017
von Markus Hahn

Wanderungen am Formarinsee

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Zugegeben, es gibt in Österreich wahrscheinlich unzählige Orte, die das Prädikat schönster Platz Österreichs verdient hätten. Wenn aber ganz Österreich zur Wahl gebeten wird und am Ende das Ergebnis lautet, hier in Lech am Arlberg liege der schönste Platz Österreichs, dann muss bei dem Superlativ eine gewisse Wahrheit dahinterstecken. 

#Schönster Platz Österreichs

Formarinsee (13)

So geschehen ist dies im Oktober 2015, bei der Sendung „9 Schätze, 9 Plätze“ im österreichischen Fernsehen. Seitdem erfreut sich das kleine Naturjuwel am Ende des Zugertals größter Beliebtheit. Den ganzen Winter ist das Gebiet rund um den Formarinsee nicht zugänglich. Meterhohe Schneewände türmen sich unterhalb der mystischen Roten Wand. Vielleicht liegt darin das Geheimnis dieses magischen Ortes? Denn: Jedes Jahr bildet sich der Formarinsee neu, als Sammelbecken des Schmelzwassers, sein Abfluss verläuft unterirdisch. Erst im Frühsommer, Ende Juni, ist er zugänglich, wenn die (Maut-) Straße zum Formarinsee geöffnet wird. Dann können Besucher wieder das tiefe Blau des Sees bewundern und die erblühende Natur in vollen Zügen genießen. 

Natürlich ist es am Schönsten, den Formarinsee zu Fuß zu entdecken. Drei herrliche Touren stellen wir im Folgenden vor. Nachwandern dringend empfohlen!

Lechweg 1. Etappe – gegen den Strom

Wandern in Lech Zürs am Arlberg

Wieso nicht mal die schöne 1. Etappe des Lechwegs entgegen den Strom laufen, um so am Ende den schönsten Platz Österreichs zu sehen? Gestartet wird im Wanderdorf Lech. Von dort geht es direkt am schon mächtigen Gebirgsbach in den Ortsteil Zug. Immer weiter in das Tal hinein führt der als „Leading Quality Trail of Europe“ zertifizierte Weitwanderweg Lechweg zum Älpele, einer kleinen Alpe mit Einkehrmöglichkeit. Anschließend folgt der schönste Teil des Lechwegs: Die Holzstege direkt am Zusammenfluss von Formarinbach und Spullerbach, die Stelle an der der Lech als Bach geboren wird. Über Steine und Wuzeln geht der Lechweg weiter vorbei an Kaskaden und sprudelnden Quellen über grüne,saftige Bergwiesen bis zu seinem Beginn, den eine bronzene Steinbockstatue markiert. Am Ende dieser traumhaften Wanderung wartet dann der Formarinsee mit seinen leuchtenden Blau als lohnendes Tagesziel auf die Wanderer. Der blaue Ortsbus Lech führt schließlich von dort wieder zurück in das Wanderdorf.
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Rote Wand für Bergsteiger

RoteWand_MarkusHahn(c)Lech-Zuers-Tourismus (10)

Wer trittsicher ist und gut zu Fuß, der sollte sich den schönsten Platz Österreichs doch von oben ansehen. Von der Roten Wand, dem markantesten Gipfel im Lechquellengebirge, ist dies möglich. Der Weg auf den Gipfel ist ein anstrengender, wenngleich lohnender. Von unten betrachtet, kann man sich die Besteigung gar nicht vorstellen – zu senkrecht ragt die Rote Wand in die Höhe. Doch beim Weg auf den Gipfel „umrundet“ der Wanderer den Berg. Daher ist auch genügend Zeit einzuplanen. Gleich zu Beginn geht es recht steil bergauf, vorbei an einem Schmelzwassersee, der vor Allem beim Rückweg für eine Erfrischung hervorragend geeignet ist. Weiter geht es über einen felsigen Weg und Geröllhalden, bis es schließlich in Serpentinen steil in die Höhe geht. Am Grat angekommen, eröffnet sich der Blick auf ein Kar an der Nordseite, in dem sich sogar noch ein kleiner Gletscher befindet. Ab dieser Stelle ist absolute Schwindelfreiheit notwendig: Es geht direkt am Grat entlang auf den Gipfel. Doch für den Ausblick von hier oben lohnt sich die Anstrengung auf jeden Fall! Der Blick reicht über den zu Füßen liegenden Formarinsee bis über die höchsten Gipfel Vorarlbergs Richtung Bodensee. Nicht vergessen: Der gleiche Weg muss auch wieder zurückgegangen werden! Wer es gemütlicher will, der umrundet die Rote Wand einmal auf der Alpwanderung, vorbei an der Laguz- und Klesenzaalpe:
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Gehrengrat mit Steinernem Meer – die Hüttentour

Gehrengrat_MarkusHahn(c)Lech-Zuers-Tourismus (7)

Natürlich gibt es auch eine schöne Höhenwanderung im Lechquellengebirge. Wir empfehlen die Tour über den Gehrengrat. Die Tour ist gespickt mit zahlreichen Highlights: Natürlich zunächst der wunderschöne Formarinsee, den man einmal umrundet um zur Freiburger Hütte zu gelangen. Von hier oben hat man den schönsten Blick auf die Rote Wand und versteht auch die Namensgebung. Wir ziehen weiter und erreichen das Steinerne Meer. Der Wanderweg rund um die gigantische Ansammlung von Fossilien ist auch mit dem österreichischen Wandergütesiegel ausgezeichnet. Über den grünen Gehrengrat mitherrlichem Blick hinab ins Klostertal geht es auf schönen, schmalen Wanderwegen nach Osten bis zum Spullersee. Der beliebte Fischersee steht dem Formarinsee an Schönheit in nichts nach, wenngleich es ein von Menschenhand gebauter Stausee ist. Wer noch genügend Kraft hat, sollte die 40 Minuten zur Ravensburger Hütte in Kauf nehmen und dort den Tag ausklingen lassen. Auch vom Spullersee bringt einen der blaue Ortsbus wieder zurück ins Wanderdorf Lech am Arlberg.
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Es gibt unzählige Möglichkeiten, den schönsten Platz Österreichs für sich selbst zu entdecken – am schönsten ist es doch zu Fuß! Denn, wie sagte einst Goethe? „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen! Also: Wir sehen uns am Formarinsee in Lech am Arlberg!  

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