Lecher Leideschaft (12) Lecher Leideschaft (16)
24 - Jun - 2015

Der Lecher Gespür für edles Metall

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Die Arlberg Classic Car Rally ist das Ergebnis einer langsam gewachsenen, aber immer stärker gewordenen Liebe der Lecher zu historischen Automobilen. Seit sechs Jahren ist die Verbindung des sommerlichen Arlbergs mit den faszinierenden Oldtimern unzertrennlich...

Eine Jugendliebe

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Am Beginn steht natürlich immer dieses eine, dieses besondere Gefühl. Sei es das unleugbare Kribbeln im Bauch, das schlafraubende Hirngespinst oder die fesselnde Faszination. Jede Liebe beginnt damit, auch jene der Lecher zu ihren historischen Automobilen: „Irgendwann, so mit 17 oder 18 Jahren, bin ich durch Lech spaziert und neben mir tauchte ein Geräusch auf, das mich nicht mehr losließ. Es war eine AC Cobra“, erinnert sich Egon Smodic an sein Oldtimer-Genesis. An den Beginn seiner Liebe, die – wie es sich für die Liebe gehört – natürlich nicht sofort in einem Happy End mündete. Aber schlussendlich doch: „Als Teenager hat mir noch das nötige Taschengeld für eine Cobra gefehlt. Als ich mir endlich eine leisten konnte, dauerte es nochmal acht Jahre, bis ich die Eine, die Meine gefunden hatte.“ Diese Eine, Seine ist eine AC Cobra 427 aus dem Jahre 1967 mit dem Lotus-Fahrwerk von Jochen Rindt. „Natürlich hätte ich mir über die Jahre die eine oder andere Cobra kaufen können, aber ich hatte mein Herz – und wohl auch meinen Verstand – an genau dieses Fahrzeug verloren“, erzählt Egon Smodic von der Unabwägbarkeit der Emotionen. Die eben auch im Hinblick auf historische Automobile ihre „Verrücktheiten“ unter Beweis stellen kann.

13.000 Kilometer in 33 Tagen...

Lecher Leidenschaft

...in einem Vier-Tonnen-Metallkoloss mit 140 Pferden. Als Ingo Strolz seinen American La France fast ein Jahrhundert nach dessen Erbauung im Jahre 1917 über die Ziellinie der Peking-Paris fährt, sind seine Hände geschunden, die Fußsohlen verbrannt und ist mehr oder weniger jede einzelne Schraube am La France gebrochen: „Diese Rally ist das Anspruchsvollste und zugleich Erstaunlichste, was mit Oldtimern erlebt werden kann. 13.000 Kilometer, meist auf unbefestigten Wegen, mit einer Technik, die nur mehr eine Handvoll fahren kann. Immer am Limit“, umreißt Ingo Strolz die wohl extremste mögliche Hingabe zu Oldtimern, die für den Lecher Hotelier eigentlich ganz unschuldig angefangen hat: mit einem Jaguar E-Type Serie 1 aus dem Jahre 1963. Ein erster Kontakt mit der Materie der historischen Automobile, der bei Ingo Strolz sogleich zu mehr führte – der Hingabe zu Vorkriegsautomobilen: „Diese Automobile sind so kompromisslos, so puristisch, dass alles an ihnen eine Herausforderung ist. Aber eben eine faszinierende Herausforderung“, erklärt Strolz die Steigerung der automobilen Emotionen.

Von Käfern und Cobras

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Etwas, dem sich auch Dietmar Flatz nicht entziehen kann. Wie für so manchen begann für den Lecher Bänker die Liebe zu den historischen Fahrzeugen mit einem VW Käfer: „Ein zweifarbiges Schmuckstück, noch dazu am selben Tag gebaut, an dem ich geboren wurde. Den habe ich gesehen, mich verliebt und ihn gekauft“, erinnert sich Flatz an seine automobile Jugendliebe. Doch auch ihn ließ die Faszination für die historischen Fahrzeuge nicht los, auch für ihn eröffnete sich der Wunsch nach der Einzigartigkeit der Vorkriegsautomobile: „Um mir, um uns diesen Traum zu erfüllen, bin ich mit meinem guten Freund und langjährigen Co-Piloten eine Kooperation eingegangen und so haben wir uns beide gemeinsam mit dem Marmon Roosevelt Cabrio Racer unseren Traum erfüllen können“, freut sich Dietmar Flatz, nicht nur die Hingabe zu historischen Automobilen, sondern darüber hinaus die Leidenschaft zu den technischen Meisterwerken der Vorkriegs-Epoche ausleben zu dürfen.

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Eine noch speziellere Liebe, die auch Egon Smodic seit diesem Jahr erfahren darf. Nach – wieder einmal – längerer Suche hat sich der Lecher mit einem Buick 50 Special seinen Wunsch erfüllt: „Die Cobra ist einzigartig, aber auch bei mir hat sich das Verlangen nach der puristischen Technik der frühen Autoepoche gezeigt. Und nach zweieinhalb Jahren Suche konnte ich mir diesen Wunsch nun erfüllen und werde meinen neuen Schatz bei der diesjährigen ACCR ausführen.“ Genau hier schließt sich der Kreis. Die Lecher haben über die Jahre nicht nur ihre Leidenschaft für edles, altes Metall entdeckt, sondern durch diese Hingabe auch eine neue Faszination: ihre eigene Rally.

Spezialist für Britisches: Hannes Schneider

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Der Lecher Hotelier ist nicht nur jährlicher Gastgeber des unvergesslichen Gala-Abends im Zuge der Arlberg Classic Car Rally, sondern auch einer der Mitbegründer der Lecher Liebe zu den historischen Fahrzeugen, wie auch einer der Mitbegründer der ACCR. In den letzten Jahren ging Hannes Schneider mit seinem Bentley 4 1/2 Petersen Special in die Rally, dieses Jahr wird er seinen Aston Martin DBR 2 in die Schleifen der Arlberg Classic Car Rally führen.

Anfangs war es noch eine sehr zarte Liebe

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Die frühen Lecher Liebhaber von Oldtimern genossen ihre edlen Fahrzeuge im privaten Raum, aber mehr und mehr hat sich hoch oben am Arlberg eine kleine Gemeinschaft gebildet: „Ingo Strolz war einer der ersten, dann natürlich auch noch Hannes Schneider und einige andere. Und beim einen oder anderen Fachsimpeln über unsere Fahrzeuge haben wir begonnen, mit der Idee einer eigenen Veranstaltung zu spielen“, erinnert sich Dietmar Flatz an die Anfänge der Geschichte der Arlberg Classic Car Rally. Eine Idee, die schnell auf fruchtbaren Boden fiel: Hier die neue Liebe der Lecher zum historischen Automobil, dort eine große Zahl an treuen Gästen, die dieser Liebe ebenso verfallen waren, und schlussendlich mit Doris Mittwoch, Richard Stolz und Armin Schwarz perfekte Mitstreiter für die heute nicht mehr aus Lech Zürs am Arlberg wegzudenkende Veranstaltung: „Die ACCR hat sich aus einer neuen Leidenschaft heraus zum alljährlichen Sommerauftakt am Arlberg entwickelt und ist eine perfekte Möglichkeit für uns, gemeinsam mit unseren Gästen diese Hingabe in vollen Zügen zu genießen“, zeigt sich Ingo Strolz über den erfolgreichen Werdegang der Arlberg Classic Car Rally mehr als erfreut.

Philosophie und Leidenschaft

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Ein erfreulicher, aber nicht unbedingt überraschender Werdegang der Oldtimer-Rally in Lech Zürs am Arlberg: „Hier haben sich einfach Gleichgesinnte gefunden. Die Lecher können mit ihren Gästen über die entdeckte Leidenschaft an historischen Automobilen philosophieren, und vice versa können die vielen Gäste, die der gleichen Leidenschaft verfallen sind, dies mit den Lechern tun“, verweist Dietmar Flatz nicht nur auf die Arlberg Classic Car Rally, sondern beispielsweise auch auf die winterlichen Oldtimer-Stammtische in Lech Zürs am Arlberg. Noch dazu ist die Liebesgeschichte zwischen den Lechern und den historischen Automobilen noch lange keine „alte“: „In Lech verfallen immer mehr dem Charme von Oldtimern – und ein großer Grund dafür ist auch die ACCR“, erklärt Egon Smodic und freut sich, dass diese junge Liebe am Arlberg erst am Anfang steht, dem Charme von Oldtimern immer mehr und mehr Einheimische wie Gäste nicht widerstehen können.

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